Ökologisch Bauen - Umweltschutz Innovation in die Zukunft

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Umweltschutz Innovation in die Zukunft

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Ökologisch Bauen
Mit alternativen Baukonzepten gegen den Klimawandel
Eine Studie des Umwelt Bundesamtes belegt: In Deutschland verursachen Gebäude rund 35 Prozent des Energieverbrauchs und 30 Prozent der CO2-Emissionen. Demnach besteht hier ein riesiger Hebel zum Klimaschutz. Das hat auch die Politik erkannt. Ihr Ziel: Ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050.

Die Erderwärmung und knapper werdende Ressourcen erfordern ein Umdenken. Das gilt auch für die Baubranche. Und so kommt es, dass es heute eine ganze Reihe alternativer Bauprojekte gibt. Welche das sind und wie sie einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Natürliches Baumaterial
Egal, ob Holz-, Stroh- oder Lehmhaus - Das Bauen mit natürlichen Baustoffen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bereits heute handelt es sich bei 16 Prozent aller Neubauten um Holzhäuser. Holz als Baumaterial muss nicht erst durch hohen Energieaufwand künstlich hergestellt werden. Hinzu kommt, dass es als CO2-neutral gilt. Während seiner Lebensphase bindet ein Baum durch Photosynthese Kohlenstoff. So entnimmt der Baum seiner Umwelt CO2 und schließt den Kohlenstoff (C) in der Zellstruktur seines Holzes ein. Den für uns wichtigen Sauerstoff (O2) gibt er wieder an die Atmosphäre ab. Wenn der Baum nun zersetzt wird, gibt er genau so viel CO2 ab, wie er während seiner Wachstumsphase an sich gebunden hat.
Auch was das Thema Dämmung angeht, gibt es heute eine ganze Reihe natürlicher Alternativen. Im Gegensatz zu konventionellen Dämmstoffen wie Styropor, die meistens auf fossilen Ressourcen wie Erdöl basieren, verursacht deren Herstellung deutlich weniger CO2 Emissionen.

Modulares Bauen
Neben der Auswahl ökologischer Baumaterialien und einer ausreichenden Gebäudedämmung bestimmt auch die Form eines Gebäudes dessen Nachhaltigkeit. Modulhäuser bestehen aus einer oder mehreren Raumzellen. Vom einzelnen Wohnmodul bis hin zu Mehrfamilienhäusern lassen sich so verschiedene Gebäudegrößen und Grundrisse realisieren.

Je nach Bedarf können Eigentümer Wohnmodule hinzufügen, aber ebenso wieder entfernen. Somit ermöglicht die modulare Bauweise eine bedarfsorientierte Modifizierung der Wohnfläche. Demgegenüber stehen konventionelle Häuser vor dem Problem, dass sie in ihrer Wohnfläche je nach Lebensphase mal zu groß oder zu klein sind. Steht bei einer jungen Familie die Geburt eines Kindes ins Haus, lässt sich dieses um ein Kinderzimmer als zusätzliches Raummodul erweitern. Zieht der Nachwuchs im Erwachsenenalter aus, lässt sich das Modul entfernen und weiterverkaufen oder vermieten. Die Anpassung der Wohnfläche am jeweiligen Bedarf sorgt dafür, dass nicht mehr Ressourcen verbraucht werden als nötig.
Eine besondere Form von Modulhäusern besteht in Wohncontainern. Diese bestehe aus ausgemusterten Seecontainern, die als Basis für ein Raummodul dienen. Da Containerhäuser auf bereits vorhandene, in dieser Form nicht länger benötigte Frachtcontainer zurückgreifen, sparen sie die Energie und Ressourcen eines Neubaus.

Tiny Houses: Weniger ist mehr

Eine weitere Form des nachhaltigen Bauens bieten Tiny Houses. Dabei handelt es sich um Kleinsthäuser aus Holz mit oft nicht mehr als 20 Quadratmetern. Die Grundannahme hinter dem Konzept des kleinen Wohnens ist einfach: Weniger Wohnfläche bedeutet weniger Ressourcen für den Bau des Hauses ebenso wie für den laufenden Betrieb durch Strom und Heizenergie. Tatsächlich lässt sich die CO2-Emission durch die Reduktion der Wohnfläche ganz erheblich reduzieren. Das belegt eine Studie der amerikanischen Colby Universität. Demnach lassen sich ganze 11 Tonnen CO2 jährlich einsparen, wenn Eigentümer von einem durchschnittlichen amerikanischen Haus mit 241 Quadratmetern in ein baugleiches Tiny House mit 17 Quadratmetern umziehen.

(Herausgabe: 02/2019, Autorin: Theresa Bruns)
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